RAM-Preise befinden sich 2026 auf einem Niveau, das viele Nutzer zögern lässt. Wer aktuell mit einem langsamen Rechner kämpft, stellt sich die Frage: Jetzt aufrüsten oder warten? Die Antwort hängt von mehreren Faktoren ab – und ist nicht für jeden gleich.
Warum sind RAM-Preise gerade so hoch?
Der Speichermarkt folgt seit Jahrzehnten Zyklen: Auf Überproduktion und Preisverfall folgen Knappheit und Preisspitzen. Aktuell treffen mehrere Faktoren zusammen:
- Produktionsumstellungen auf DDR5 bei den großen Herstellern Samsung, SK Hynix und Micron haben die DDR4-Kapazitäten reduziert
- Hohe Nachfrage aus dem KI-Sektor – Rechenzentren kaufen HBM- und DDR5-Speicher in Mengen auf
- Lieferkettenprobleme durch geopolitische Spannungen und Exportbeschränkungen
- Währungseffekte (schwacher Euro gegenüber dem US-Dollar)
Das Ergebnis: 32 GB DDR5-Kit (2×16 GB) kostet derzeit zwischen 110 und 160 €, DDR4 im gleichen Format liegt bei 60–90 €. Beide Segmente sind gegenüber den Tiefstpreisen von 2023/2024 um 40–70 % gestiegen.
Wann lohnt sich ein Upgrade trotzdem?
Ihr System hat weniger als 8 GB RAM
Das ist der klarste Fall. Systeme mit 8 GB stoßen heute bei normaler Büroarbeit an Grenzen: Browser mit vielen Tabs, Teams-Videokonferenz und eine geöffnete Excel-Tabelle gleichzeitig – das reicht, um das System auszubremsen. Hier ist auch zu aktuellen Preisen ein Upgrade auf 16 GB eine sinnvolle Investition.
Typische Kosten: 30–55 € für 8 GB DDR4-Modul, 50–80 € für 16 GB DDR4-Kit.
Das System ist jünger als 4 Jahre
Wenn CPU und Mainboard noch zeitgemäß sind, verlängert mehr RAM die Nutzungsdauer des Geräts erheblich. Ein 2022er-Notebook mit DDR5-Sockel und 16 GB auf 32 GB aufzurüsten kann 2–3 weitere Jahre sinnvolle Laufzeit bringen.
Sie arbeiten mit speicherhungrigen Anwendungen
| Anwendung | Empfohlenes Minimum | Komfortabel |
|---|---|---|
| Office, Browser, Teams | 16 GB | 16 GB |
| Bildbearbeitung (Photoshop, Affinity) | 16 GB | 32 GB |
| Videoschnitt (Premiere, DaVinci) | 32 GB | 64 GB |
| CAD (AutoCAD, SolidWorks) | 32 GB | 64 GB |
| Virtuelle Maschinen (VMware, Hyper-V) | 32 GB | 64 GB+ |
Wenn Ihre Anwendungen mehr benötigen als vorhanden ist, helfen auch keine Optimierungen – hier ist das Upgrade wirtschaftlich gerechtfertigt.
Wann sollten Sie warten?
Das System ist älter als 5–6 Jahre
Bei einem Core-i5-Prozessor der 8. oder 9. Generation (2018–2019) lohnt RAM allein selten. Bottleneck ist dann häufig die CPU oder das fehlende NVMe-Laufwerk. Mehr RAM bringt messbar wenig, wenn der Prozessor bereits limitiert.
Besser: Gesamtwirtschaftlichkeit prüfen. Für 300–400 € bekommt man ein gebrauchtes Business-Notebook mit moderner CPU, NVMe-SSD und 16 GB RAM.
Sie haben bereits 16 GB und keine spezifischen Beschwerden
16 GB sind für normale Büroarbeit in 2026 ausreichend. Der Sprung von 16 auf 32 GB bringt im Alltag kaum wahrnehmbare Verbesserungen – außer Sie führen regelmäßig mehrere virtuelle Maschinen oder arbeiten mit großen Mediendateien.
Preiserwartung: Nachlass möglich
Analysten erwarten für das zweite Halbjahr 2026 eine Entspannung, sobald neue Produktionskapazitäten für DDR5 anlaufen. Wer nicht dringend aufrüsten muss, kann 3–6 Monate warten und möglicherweise 20–30 % sparen.
Was ist mit gebrauchtem RAM?
Gebrauchter RAM (eBay, Kleinanzeigen) ist eine echte Alternative – besonders für ältere Systeme mit DDR3 oder frühem DDR4. Wichtig:
- Nur kaufen, wenn Hersteller und Modell angegeben sind
- Auf Kompatibilität mit Mainboard achten (Taktrate, Spannung)
- Kein RAM ohne Herkunftsnachweis kaufen – gefälschte Module kursieren
Für Firmenrechner empfehlen wir gebrauchten RAM nur bei nachweislich getesteten Geräten aus IT-Auflösung.
Unser Fazit
Upgrade jetzt, wenn Sie unter 16 GB haben und das System jünger als 5 Jahre ist. Die höheren Preise sind schmerzhaft, aber der Produktivitätsverlust durch zu wenig RAM übersteigt die Mehrkosten schnell.
Warten, wenn Sie bereits 16 GB haben, das System älter ist, oder kein spürbarer Engpass vorliegt. Dann lieber das zweite Halbjahr 2026 abwarten.
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