Am 14. Oktober 2025 hat Microsoft den regulären Support für Windows 10 eingestellt. Wer danach noch auf Windows 10 setzt, erhält keine Sicherheitsupdates mehr — ein erhebliches Risiko, das viele Betriebe trotzdem noch eingehen. Nach aktuellen Erhebungen läuft in einem erheblichen Teil der deutschen KMU noch mindestens ein Arbeitsplatz mit Windows 10. Das ist ein Problem, das sich mit jedem Tag verschärft.
Was "End of Support" konkret bedeutet
Wenn Microsoft keinen Support mehr leistet, werden bekannte Sicherheitslücken nicht mehr gepatcht. Angreifer wissen das — und scannen gezielt nach veralteten Systemen. Im Unternehmensumfeld ist ein ungepatchter Windows-10-Rechner nicht nur ein Risiko für diesen einen Arbeitsplatz, sondern ein potenzielles Einfallstor ins gesamte Firmennetz. Für Praxen und Betriebe in regulierten Branchen kommt hinzu, dass veraltete Betriebssysteme gegen IT-Sicherheitsrichtlinien (§75b SGB V, ISO 27001, BSI-Grundschutz) verstoßen können.
Hardware-Kompatibilität prüfen
Windows 11 hat höhere Mindestanforderungen als Windows 10 — insbesondere das TPM-2.0-Chip-Erfordernis und Secure Boot. Viele Geräte, die 2018–2020 angeschafft wurden, erfüllen diese Voraussetzungen nicht. Das bedeutet: Vor dem Upgrade muss eine Inventur der vorhandenen Hardware stattfinden. Geräte, die nicht upgrade-fähig sind, müssen ersetzt werden. Wer das früh plant, kann Beschaffungen bündeln und Lieferzeiten einkalkulieren.
Die Windows-11-Kompatibilitätsprüfung lässt sich mit dem Microsoft PC Health Check Tool automatisiert für alle Geräte im Netzwerk durchführen. Ein IT-Dienstleister kann diesen Prozess für den gesamten Gerätepark übernehmen und eine strukturierte Upgrade-Roadmap erstellen.
Rollout planen: nicht alle auf einmal
Ein häufiger Fehler: Der Upgrade-Rollout wird auf einen Tag gelegt, alle Geräte werden gleichzeitig aktualisiert. Das erhöht das Risiko von Produktionsausfällen erheblich. Besser: Pilotphase mit 2–3 Geräten, Feedback einholen, dann etappenweise rollout — abteilungsweise oder nach Gerätekritikalität. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sollten vorab über Änderungen in der Oberfläche informiert werden; Windows 11 unterscheidet sich in der Bedienung merklich von Windows 10.
Unternehmen mit Branchensoftware müssen vor dem Upgrade prüfen, ob die eingesetzten Anwendungen unter Windows 11 zertifiziert sind. Bei Praxisverwaltungssoftware, ERP-Systemen oder Buchhaltungslösungen kann es Kompatibilitätsprobleme geben, die erst nach einem Update der Fachanwendung behoben werden.