Kurz erklärt

Die Telematikinfrastruktur (TI) ist das sichere, geschlossene Netz des deutschen Gesundheitswesens. Sie verbindet Arztpraxen, Apotheken, Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen und ermöglicht den geschützten Austausch medizinischer Daten – etwa über die elektronische Patientenakte, das E-Rezept oder KIM.

Die Telematikinfrastruktur (TI) ist das sichere, geschlossene Netz des deutschen Gesundheitswesens. Sie verbindet die verschiedenen Akteure – Arztpraxen, Apotheken, Krankenhäuser und zunehmend auch Pflegeeinrichtungen – miteinander und ermöglicht den sicheren Austausch medizinischer Daten. Betrieben und weiterentwickelt wird die TI von der gematik, gemeinsam mit dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) und dem GKV-Spitzenverband.

Wozu dient die Telematikinfrastruktur?

Ziel der TI ist eine schnelle und sichere Kommunikation zwischen den verschiedenen Akteuren im Gesundheitswesen – für eine bessere medizinische Versorgung. Statt Befunde per Fax oder Post zu verschicken, ermöglicht die Telematikinfrastruktur den elektronischen, verschlüsselten Austausch medizinischer Informationen. Sie ist damit die Plattform für Gesundheitsanwendungen in Deutschland, auf der Dienste wie die elektronische Patientenakte oder das elektronische Rezept aufbauen.

Die wichtigsten Komponenten

Damit eine Arztpraxis an die TI angeschlossen ist, braucht sie mehrere Komponenten:

  • Konnektor: Stellt bislang als zentrale Hardware den Zugang zur TI her. Mit TI 2.0 wird er ab 2026 schrittweise durch ein TI-Gateway ersetzt.
  • Kartenterminal: Zum Einlesen der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) der Versicherten.
  • SMC-B (Praxisausweis): Weist die Einrichtung im Gesundheitswesen aus.
  • eHBA (elektronischer Heilberufsausweis): Weist die einzelne Ärztin oder den Arzt aus und dient zum Signieren.

Zusammen bilden diese Komponenten das Security Module, das den sicheren Zugang zur Telematikinfrastruktur gewährleistet.

Anwendungen der TI

Auf der Telematikinfrastruktur laufen zahlreiche Anwendungen, die den Praxisalltag digitalisieren:

  • Elektronische Patientenakte (ePA): Bündelt medizinische Daten und Dokumente einer versicherten Person.
  • E-Rezept: Löst das rosa Papierrezept ab.
  • KIM (Kommunikation im Medizinwesen): Der sichere E-Mail-Dienst innerhalb der TI.
  • VSDM (Versichertenstammdatenmanagement): Prüft und aktualisiert die Versichertendaten.
  • Elektronischer Medikationsplan: Dokumentiert die Medikation einer Patientin oder eines Patienten.

TI in der Pflege und der Weg zu TI 2.0

Die Anbindung an die Telematikinfrastruktur wird schrittweise ausgeweitet. Seit Juli 2025 werden auch Pflegeeinrichtungen und die häusliche Krankenpflege an die TI angeschlossen, sodass die Vernetzung über die klassische ambulante und stationäre medizinische Versorgung hinausreicht. Parallel steht mit TI 2.0 die größte Modernisierung seit Einführung der TI an: Ab 2026 wird die hardwaregebundene Architektur durch ein flexibleres, cloudbasiertes Modell abgelöst.

Warum die TI für Praxen wichtig ist

Für Praxen ist die Anbindung an die Telematikinfrastruktur längst keine Option mehr, sondern verpflichtend, um zentrale Anwendungen nutzen zu können. Eine stabile, gut gewartete TI-Anbindung ist damit die Grundlage für einen reibungslosen digitalen Praxisalltag – von der Abrechnung über das E-Rezept bis zur elektronischen Patientenakte. Probleme bei der Anbindung wirken sich unmittelbar auf den Betrieb aus, weshalb sich eine professionelle Betreuung lohnt.

Wie wir Praxen bei der TI-Anbindung unterstützen, lesen Sie auf unserer Seite zur Telematikinfrastruktur für Arztpraxen. Was sich mit der Modernisierung ändert, erklärt unser Beitrag TI 2.0 & Konnektor-Tausch.

Häufige Fragen

Wer muss an die Telematikinfrastruktur angeschlossen sein?+

Vertragsärztliche Praxen, Zahnarztpraxen, Apotheken, Krankenhäuser und zunehmend auch Pflegeeinrichtungen sind zur Anbindung an die TI verpflichtet, um Anwendungen wie das E-Rezept oder die elektronische Patientenakte nutzen zu können.

Was braucht eine Praxis für den Zugang zur TI?+

Bislang einen Konnektor, ein Kartenterminal, den Praxisausweis (SMC-B) und den elektronischen Heilberufsausweis (eHBA). Mit TI 2.0 wird der Konnektor ab 2026 schrittweise durch ein TI-Gateway ersetzt.

Sind die Daten in der TI sicher?+

Ja. Die Telematikinfrastruktur ist ein geschlossenes, verschlüsseltes Netz, das nach Vorgaben der gematik und des BSI betrieben wird. Der Zugang ist nur mit gültigen Karten und Ausweisen möglich.

JT
Stephan Tacke
Inhaber · Thümedien IT-Service Nordhausen

Seit über 30 Jahren IT-Dienstleister in Nordthüringen. Spezialisiert auf Praxis-IT, Telematikinfrastruktur und KBV-Sicherheitsrichtlinie. Betreut Arztpraxen vor Ort und deutschlandweit per Fernwartung.